Mit Achtsamkeit zu mehr Gelassenheit

Aktualisiert: 4. Feb 2019

Was hat es mit Achtsamkeit auf sich und wie kann ich mit Achtsamkeit meine Lebensqualität positiv beeinflussen?


Wenn ich in einem achtsamen Zustand bin, dann beobachte ich mich und meine Umwelt und nehme nur das wahr, was gerade ist. Unser Verstand neigt dazu, die Dinge, die wir wahrnehmen auch gleich mit einer Bewertung zu versehen. Meistens ist das aber gar nicht notwendig. Im Gegenteil. Häufig sind uns die Bewertungen des Verstandes gar nicht mehr dienlich und belasten uns eher negativ.

Wenn wir uns nun darauf konzentrieren wahrzunehmen, was gerade ist, dann hat der Verstand für eine Weile Sendepause und wir praktizieren Achtsamkeit. Wie genau geht das also?


Der erste Schritt ist, dass man bewusst mit den Sinnen wahrnimmt, was gerade in diesem Moment passiert. Was sehe ich, was höre ich, was rieche ich, was fühle ich und was schmecke ich? Diese Wahrnehmungen sind wertfrei und finden ganz im Augenblick statt. Die 5 Sinne können nur in der Gegenwart agieren, da man nicht in die Vergangenheit oder in die Zukunft hören oder schmecken kann. Unsere Aufmerksamkeit richten wir so also voll und ganz auf den gegenwärtigen Moment.

Der zweite Schritt ist, dass man sich bewusst macht, wie sich der gegenwärtige Momente im Inneren anfühlt. Wie fühle ich mich gerade? Wie geht es mir mit dem, was ich gerade erlebe? Welche Emotionen erlebe ich? Auch hier ist das Zulassen, das wertfreie Beobachten der Schlüssel zu Achtsamkeit. Es ist wichtig auch unliebsame Empfindungen zuzulassen und ihnen zu erlauben dasein zu dürfen.

Mehr ist nicht notwendig um in einem achtsamen Zustand zu sein. Man muss nichts wissen, keinen Plan und kein Konzept haben, nichts erreichen wollen und nichts verbessern müssen. Es ist alles ok so, wie es ist.

Durch diese zwei Schritte bringt Achtsamkeit uns in Kontakt mit unserem Bewusstsein. Mit dem, was wir spüren und fühlen, wenn wir nicht denken oder emotional sind. Wenn wir all das Zeug, das wir glauben zu haben oder zu sein, abgelegt haben und nur noch sind.


Momente, in denen nur das Jetzt zählt, das ist Bewusstsein. Je intensiver wir dieses Bewusstsein erleben können, desto ausgeglichener und zufriedener sind wir, denn Bewusstsein bietet uns eine Basis für das Vertrauen ins Leben. Es macht uns stressresistenter, sicherer und erlaubt uns gelassener durchs Leben zu gehen.


Es gibt einen Song von Andreas Bourani, der für mich genau das beschreibt und der mich sehr berührt. An dieser Stelle möchte ich den Song mit Euch teilen.












Sein

Ich habe einen Ausblick Den man nie wieder vergisst So wunderschön, dafür reichen Worte nicht Ich habe Glück, denn ich muss mich nicht beeilen Nichts dafür tun, um bedeutungsvoll zu sein Um bedeutungsvoll zu sein Die Berge ziehen am Horizont, wie Wellen übers Land Sie nehmen mich bei sich auf so als wären wir verwandt Ich sitze hier und atme leise, um all das nicht zu stören Um unbemerkt für eine Weile zu allen zu gehören Zu allen zu gehören

Hier bin ich mit mir verbunden Hier leb' ich in mich hinein Mir gelingt es für Sekunden Mich von allen zu befreien Hier ist meine Angst verschwunden Hier bin ich mit mir allein Ich bin im großen Grün versunken Hier um einfach nur zu sein

Lautlos zieht ein Falke in der Ferne seine Bahn Nur einmal so wie er zu fliegen, im fallen ohne Fall  Ich stelle was ich fühle, über alles was ist weiß Ich bin in mir daheim, hier schließt sich der Kreis Hier schließt sich der Kreis

Wenn keiner von Milliarden Steinen einem anderen gleicht Warum hab ich dann Zweifel an meiner Einzigartigkeit Hier draußen finde ich mehr, als ich je geben kann Ich bin so am leben, mir macht selbst sterben keine Angst Oh, mir macht selbst sterben keine Angst

Hier bin ich mit mir verbunden Hier leb ich in mich hinein Mir gelingt es für Sekunden, mich von allem zu befreien Hier ist meine Angst verschwunden Hier bin ich mit mir allein Ich bin im großen Grün versunken Hier um einfach nur zu sein, zu sein, zu sein, zu sein


Andreas Bourani

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